AfD: Meine "Suchmaschine" weigert sich
Nach meinen Recherchen gibt es rund 30 verschiedenen Suchmaschinen, die uns im Internet helfen sollen, bestimmte Dinge, Themen, Abhandlungen, Firmen und anderes zu finden. Meine persönliche Suchmaschine "SATIRIX" war zwischen "Bing" und "Quant Junior" nicht aufgeführt. Vermutlich, weil sie eine ganz außergewöhnliche ist, auf die ich mich aber immer verlassen konnte. Konnte! Denn seit heute morgen scheint das nicht mehr zu stimmen -oder soll ich sagen: gerade ab heute morgen hat sie ein Level höher geschaltet.
Denn heute, so gegen 07:50 Uhr MEZ gab ich das Akronym "AfD" in das entsprechende Feld meiner Suchmaschine ein und klopfte auf "Enter". Da erschien überraschender Weise das folgende Feld auf meinem Bildschirm:
Achtung, das ist Satire!

"Der Zugriff auf die Ressource wurde verweigert." Geh' zurück (auf Los)
Das musste wohl ein Irrtum sein, weshalb ich dem Akronym seine drei voll ausgeschriebenen Wörter zurückgab. Doch auch hier verweigerte sich meine Suchmaschine.
Nun, so schnell gab ich nicht auf, und versuchte es mit den anderen im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien. Und siehe da: Es erschienen jede Menge an Artikelvorschlägen, Bilder von schönen Frauen und grinsenden Männern.
Mein letzter Versuch war es, meine Suchmaschine mit den Namen der männlichen und weiblichen Protagonisten jenes Akronyms zu füttern. Doch auf mein "Enter" hin, kam die folgende Meldung:
Achtung, das ist Satire!
Und das tat ich dann auch ...
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5. Feb. 2025
Auch Ravensburg soll "kriegstüchtig" werden ...
Wer in diesen Tagen am Gleis 2 oder am Gleis 3 auf seinen Zug entweder aus Richtung Bodensee oder Durlesbach wartet, hat bemerkt, dass die Bauarbeiten gegenüber, entlang der bisher beschaulichen ~Schussen~, zügig vorangehen. Denn dort soll der bereits im Jahr 2010 in Aussicht gestellte "Schussenpark" implementiert werden. Der allerdings steht bei vielen Ravensburgern in der Kritik, weil er sukzessive zu einem besseren aber sterilen "Grünstreifen" mit Durchgangsverkehr (Straße ist breiter als 5,00 Meter) verkommt und Ravensburg seine 2020 mit der sogenannten "Klimakommission" gefassten Ziele täglich mit Füßen tritt. Nichts von dem, was damals an jährlicher CO2-Reduzierung versprochen wurde, ist umgesetzt worden. Nichts! Deshalb wäre ein solcher "Park an der Schussen" auch nur ein oberschwäbisches Feigenblatt im Paradies der leeren Versprechungen.

Stef-Art (c)
Da passt es gut, dass die Drohne des Ravensburger Bloggers heute Morgen das ans Licht gebracht, was heimlich jenseits der Gleise wirklich geschieht. Von wegen Erholungspark! Zwischen dem Bahnhof und dem Stadtfluss entsteht nämlich kein Park, sondern etwas ganz anderes. Was aus der Adlerperspektive zunächst aussieht wie eine Autobahn, wird jedoch - das haben eine Nachfrage in Tübingen und auch in Stuttgart ergeben - eine Landebahn für Kampfjets zur Ertüchtigung der Verteidigungsfähigkeit speziell Oberschwabens. Damit es zwischen Stuttgart und dem Häfler Flughafen auch die Möglichkeit zum Zwischenstopp für F-16-Bomber gibt.
Wie auch zu erfahren war, werden deshalb die drei Millionen Euro Zuschüsse, die ein gewisser CDU-Abgeordneter in Berlin angeblich für das Klima rausgehauen hat, umgewidmet - und durch weitere zehn Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes aufgestockt - Peanuts!
Wie auf dem Bild zu erkennen, stehen rechter und linker Hand der zukünftigen Landebahn bereits die beiden Tower, die aus den Resten des ehemaligen "Eschersteges" gefertigt wurden. Wie der Vorsitzende des "Escher-Vereins", Herr Winfried Schneider mitteilte, sei dies nicht in Ordnung und man werde beim RP Tübingen Beschwerde einlegen.
Die Fraktionsvorsitzenden der im Gemeinderat vertretenen Parteien zeigten sich allerdings zufrieden. Vor allem die "Grünen" und die Christdemokraten. OB Dr. Rapp war äußerst enttäuscht, konnte sich aber gegen den Aufrüstungsbefehl aus Berlin nicht durchsetzen. In den oberen Stockwerken des Bahnhofsgebäudes wurden schon einmal hospitale Zimmer hergerichtet und auf dem Dach weht im Südwestwind bereits die "Rote-Kreuz-Flagge".
Die Klimaaktivisten um Samuel Bosch kündigten Proteste an und wollen die beiden Towers besetzen. Zumal sie permanent durch ihre Aktionen auf das Klimaversäumnis der Ravensburger Stadtverwaltung hinweisen, wofür sie dann aber auch noch bis zu 3.000 Euro Kosten für Feuerwehreinsätze, die sie nicht angefordert haben, berappen (be-euro) müssen.
Unglaublich, was da vor sich geht ... Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Daniel Rapps Katze auf der Karlstrasse oder nicht auf der Karlstrasse
Es gibt Städte, die sich zeitgemäß zum Guten verändern. Und es gibt Ravensburg, das sich vor allem eines bewahrt hat: die Kunst, Veränderungen so oft anzukündigen, bis sich diese Ankündigungen in den Köpfen der Bürger materialisieren, in der Realität jedoch nie existieren. Man* (= man/frau) könnte meinen, die Stadtverwaltung in der Person des Oberbürgermeisters Dr. Rapp habe ein geheimes Motto, das nie öffentlich ausgesprochen wird, aber in jedem vorgetragenen Beschluss mitschwingt: „Warum es auch tun, wenn es ausgesessen werden kann?“
- Die "Schwäbische Zeitung" titelt am 31. März 2026: "Was auf ihrer Homepage steht, kann die Stadt ... nicht einhalten." Und meint damit die wieder einmal geplanten Veränderungen auf der "Karlstraße". Darauf - aber auch darüber hinaus - will ich mit meinen folgenden Zeilen eingehen.
Im Zentrum dieser Kunst steht - wie schon eben gesagt - unser Oberbürgermeister. Ein Mann, der die seltene Fähigkeit besitzt, gleichzeitig präsent und abwesend zu wirken. Sie kennen ja die Geschichte von "Schrödingers Katze", oder etwa nicht? Er (der OB) ist da, aber nicht greifbar. Er spricht, aber sagt nichts. Er plant, aber verrät nicht, was. Er ist der Houdini der kommunalen Kommunikation: Ein OB, der sich nicht aus Fesseln befreit, sondern aus Antworten.
Die neuen Überlegungen – ein politisches EinhornSeit Wochen geistert ein Begriff durch die Stadt wie ein Fabelwesen: „neue Überlegungen“. Niemand weiß, wie sie aussehen. Nur Andeutungen! Höchstens nach der nächsten OB-Wahl 2034 dann etwas genauer. Niemand weiß, wer sie kennt. Niemand weiß, ob sie überhaupt existieren. Aber sie sind da. Irgendwo. Vielleicht in einem verschlossenen Ordner. Vielleicht in einer Schublade, die nur bei Vollmond aufgeht. Vielleicht in einem Notizbuch, das der OB seit Jahren mit sich herumträgt, ohne je hineinzuschreiben.
Man* könnte fast glauben, die „neuen Überlegungen“ seien tatsächlich eine Art kommunaler Schrödinger‑Katze (siehe oben): Solange niemand hineinschaut, sind sie gleichzeitig genial und unausgereift, mutig und vorsichtig, visionär und völlig unbrauchbar. Also für Ravensburg: Daniel Rapps Katze!
Und der OB sorgt dafür, dass niemand hineinschaut.
Die Karlstraße – ein Denkmal des StillstandsWährenddessen bleibt die Karlstraße, was sie immer war: ein Denkmal des Verkehrs, ein Bollwerk gegen Veränderung, eine Art städtischer Endgegner, den niemand besiegen will. Man* hat sie schon „Barriere“, „Problemzone“, „Herausforderung“, „Schlüsselstelle“ genannt. Doch in Wahrheit ist sie vor allem eines: ein perfekter Vorwand. Und (Achtung!) - jetzt zu diesem Zeitpunkt wieder hervorgebracht - ein Ablenkungsmanöver vom misslungenen "Oberschwabenhalle-Vorhaben"!!, welches die Zeitung mit ihrer Berichterstattung gewollt (?) oder ungewollt unterstützt - so jedenfalls kommt es mir persönlich vor.
Denn solange die Karlstraße so bleibt, wie sie ist, kann man* alles Mögliche versprechen, ohne je etwas liefern zu müssen. Man kann Workshops veranstalten, Bürgerdialoge führen, Modellskizzen zeigen, Pressekonferenzen abhalten. Man* kann sogar auf der Homepage großspurig verkünden, Ravensburg werde „Klimamobil“. Und nicht zu vergessen: Klimamobil und Klimakonsens hängen zusammen. Doch Letzterer wurde grandios missachtet - seit über fünf Jahren und wird es wohl auch weiterhin.
Es ist wie ein Fitnessstudiovertrag, den man* abschließt, um sich besser zu fühlen – nicht, um hinzugehen.
Die Brücken – das Schweizer Taschenmesser der AusredenUnd dann sind da die Brücken. In Ravensburg sind Brücken nicht einfach Bauwerke. Sie sind Allzweckwerkzeuge. Sie können alles: verzögern, verhindern, relativieren, verschieben und Gelder fürs Klima versickern lassen.
Wenn man* etwas nicht tun will, heißt es einfach: „Wir müssen erst die Brücken sanieren.“ Und wenn es keine zum Sanieren gibt, wird eine neue gebaut. So wie die über die Wangener Straße. Übrigens: Warum wurde diese vor der Sanierung der "Meersburger Brücke" gebaut? Herr OB und Herr Bastin: Sparen Sie sich Ihre Ausreden! Das mit den Brücken funktioniert immer. Brücken sind wie der Rücken bei Büroangestellten: Man* kann sich jederzeit darauf berufen. Herr Pontifex = der Brückenbauer, wo bleibt da eigentlich der "Eschersteg" als in den "Schussenpark" integrierte Brücke? 2034? 2042? 2050? Die Lottozahlen der Zukunft!
Und das Beste: Brücken sind nie fertig. Nie. Sobald eine saniert ist, meldet sich die Nächste. Es ist ein endloser Kreislauf, ein Perpetuum mobile der politischen Entlastung.
Man* könnte fast meinen, die Stadtverwaltung habe die Brücken als strategisches Instrument entdeckt: ein infrastrukturelles Placebo, das jede Diskussion zuverlässig beruhigt. Und wenn das alles nichts hilft, dann sind's die Türme, die bröckeln und vergammeln. Und warum: Weil erst der unsägliche "Schwamm" vor der "Bauhütte" teuer verlegt werden musste; weil zuvor die "Bauhütte"in die Musikschule hochteuer umsaniert werden musste; weil der "Gespinstmarkt" vorher "um-missgestaltet" werden musste; weil (siehe oben) die "Wangener Brücke" zu Ehren des Alt-OBs gebaut werden musste ... DESHALB!
Die Grünen – höflich enttäuschtDie Grünen stehen daneben und schauen zu wie jemand, der einem Freund beim dritten gescheiterten Diätversuch zusieht. Man* möchte unterstützen, man möchte motivieren, man möchte glauben – aber irgendwann merkt man*, dass der andere gar nicht abnehmen will. Er will nur darüber reden.
So erinnern sich die Grünen an Workshops, an Visionen, an euphorische Präsentationen. Sie erinnern sich an die Zeit, als „Klimamobil“ noch ein Versprechen war und nicht ein digitaler Museumsgegenstand auf der städtischen Homepage. Sie erinnern sich an die Karlstraße als Zukunftsprojekt, nicht als Dauerbaustelle der Fantasie.
Die Modellkommune – ein Modell für was?
Offiziell ist Ravensburg Modellkommune fürs Klima. Inoffiziell ist sie ein Modell dafür, wie man* ambitionierte Pläne elegant in die Zukunft verschiebt. Man* könnte Führungen anbieten: „Hier sehen Sie die Karlstraße, seit 20 Jahren unverändert. Dort drüben: die Brücken – unser wichtigstes politisches Werkzeug. Und hier, im klimatisierten Raum, die neuen Überlegungen – bitte nicht fotografieren, sie sind lichtempfindlich.“
Der OB und das Schweigen als RegierungsstilEs gibt Politiker, die reden zu viel. Es gibt Politiker, die zu wenig reden. Und es gibt unseren OB, der die seltene Kunst beherrscht, so zu reden, dass man hinterher weniger weiß als vorher.
Er sagt Sätze wie: „Wir denken Klimaschutz mit.“ Das klingt gut. Es klingt verantwortungsvoll. Es klingt nach Zukunft. Aber es bedeutet nichts. Es ist ein Satz, der in jede Richtung offen ist – wie eine Tür ohne Haus.
Oder: „Wir müssen erst beraten.“ Das klingt nach Prozess. Nach Sorgfalt. Nach demokratischer Tiefe. Aber es bedeutet vor allem: „Wir machen jetzt erst mal gar nichts.“
Und dann ist da noch der Klassiker: „Wir prüfen neue Optionen.“ Ein Satz, der so unverbindlich ist, dass er eigentlich verboten werden sollte. Er ist die kommunalpolitische Version von „Wir sollten mal wieder Kaffee trinken“.
Die große Enthüllung – 2034Man* fragt sich unweigerlich: Wann wird der OB seine „neuen Überlegungen“ endlich vorstellen? Wann wird die Stadt erfahren, was wirklich geplant ist? Wann wird die Karlstraße mehr sein als ein Symbol des Stillstands?
Die Antwort liegt auf der Hand: nach der nächsten OB‑Wahl. Oder nach der Übernächsten. 2034 klingt realistisch. Bis dahin sind die Brücken sicher noch nicht fertig saniert oder eben wieder sanierungsbedürftig . . . Und falls nicht, findet sich bestimmt etwas anderes: Ein Tunnel unter der Schussen zum Beispiel.
Die wahre VerkehrswendeVielleicht ist das die eigentliche Verkehrswende in Ravensburg: nicht die Veränderung der Straßen, sondern die Veränderung der Erwartungen. Die Bürgerinnen und Bürger lernen langsam, dass große Worte nicht zwingend große Taten bedeuten. Dass Visionen nicht umgesetzt werden müssen, um politisch wirksam zu sein.
Und so bleibt Ravensburg eine Stadt, die sich selbst genügt. Eine Stadt, die Veränderungen liebt – solange sie nicht stattfinden. Eine Stadt, die Klimaschutz ernst nimmt – solange es nur bei Worten bleibt. Eine Stadt, die plant – aber nicht handelt.
FINEVielleicht wird eines Tages ein Historiker auf die Karlstraße blicken und sagen: „Hier begann die große Ravensburger Verkehrswende.“ Und dann wird er lachen. Oder weinen. Oder beides gleichzeitig.
Denn in Ravensburg weiß man* nie, ob man lachen oder weinen soll. Und vielleicht ist genau das die wahre kommunale Identität.
Herrn Rapps Katze lässt grüßen!
OB Dr. Rapp plant mittelalterlichen Riesenturm für Ravensburg
Ravensburg hat viele Türme – aber offenbar nicht genug. Nachdem Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp mit dem Oberschwabenhallen‑Manöver bereits bewiesen hat, dass städtebauliche Überraschungen sein bevorzugtes Hobby sind, folgt nun der nächste Coup: Ein neuer Turm. Ein großer Turm. Ein Turm, der den Mehlsack überragt.
Und weil Ravensburg bekanntlich Tradition liebt, soll das Bauwerk selbstverständlich mittelalterlich aussehen – nur eben höher, breiter und irgendwie auch "lauter". Eine Art „Mehlsack XXL“, aber mit mehr Zinnen, mehr Pathos und vermutlich auch mehr Haushaltsdebatten.

Quelle: Blogger-Zeitung
Laut Rathauskreisen – und laut dem OB selbst, der sich gern visionär gibt – soll der Turm:
78 Meter hoch werden („52 Meter sind ja heutzutage nichts mehr“),
eine rote Turmhaube tragen, „damit man ihn auch aus Tübingen sieht“,
eine Aussichtsplattform bieten, „für alle, die schon immer über dem Mehlsack stehen wollten“,
und selbstverständlich rechtzeitig zum Rutenfest 2028 eingeweiht werden – mit Fanfaren, Festakt und vermutlich einer Sonderbriefmarke.
Rapp soll intern gesagt haben, Ravensburg brauche „ein starkes vertikales Zeichen“. Kritiker vermuten, er meine damit vor allem ein Zeichen, das die Debatte um das Ravensburger Wahrzeichen "Oberschwabenhalle als Kulturzentrum" einerseits erstickt und seine misslungene Idee von einer "Ravensburger Sporthalle" vergessen lässt.
Die ReaktionenHistoriker sind irritiert, aber höflich.
Architekten sprechen von „mutiger Mittelalter‑
Fantasiearchitektur“. Die Rutenfestkommission ist begeistert, weil ein neuer Turm „frisches Material für Festabzeichen“ liefert.
Stadtrat Rolf Enger: "Ich habe den OB ausdrücklich dafür gelobt."
Rätin Heike Engelhard: "Ich bin verhalten begeistert."
Rätin Anna Wiech: "Gut, dass ich nach Stuttgart in den Landtag gehe."
OB-Kandidat Samuel Bosch: "Mit mir wär' das nicht passiert!"
Theologen: Das ist der moderne Turmbau zu Babel.
Stadtkämmerei: "Wir stehen kurz vor einem Geldwunder, denn sonst wäre das nicht machbar."
Die Bevölkerung schwankt zwischen Kopfschütteln und Popcorn.
Und welchen Namen soll der Turm nun erhalten?
Inoffiziell kursiert bereits ein Vorschlag: „Oberschwaben-Turm“ --- weil Satire manchmal einfach nur die Realität abbildet.
Wenn ein Spalter über Spaltung referiert - Realsatire
Ausgerechnet Manfred Lucha, der mit der Schließung des Krankenhauses Bad Waldsee einen der tiefsten gesellschaftlichen Risse in Oberschwaben hinterlassen hat, will nun im Kup Ravensburg über „Spaltung“ sprechen. Eine Veranstaltung, die mehr über politische Selbstwahrnehmung erzählt als über gesellschaftliche Analyse. Wer den Abend besucht, wird womöglich ein bemerkenswertes Stück Realsatire erleben – und die Frage, ob man über Spaltung reden kann, ohne den eigenen Anteil daran zu erwähnen.
Es gibt Momente im politischen Leben, die wirken wie aus einem Lehrbuch der Ironie. Einer dieser Momente findet am 17. Juni (früher der "Tag der deutschen Einheit") im Kup Ravensburg statt. Dort soll ausgerechnet Manfred Lucha – der ehemalige Sozialminister Baden-Württembergs – über gesellschaftliche Spaltung referieren. Eingeladen vom Kreisjugendring, flankiert vom Landesjugendring. Eintritt frei, Erkenntnisgewinn ungewiss.
Man/frau muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der Mann, der im Landkreis Ravensburg wie kaum ein anderer für Vertrauensverlust, Polarisierung und nachhaltige gesellschaftliche Verwerfungen steht, soll nun erklären, wie man Spaltung überwindet. Das ist, als würde ein Brandstifter einen Workshop über Brandschutz geben – mit dem Hinweis, er habe aus seinen Feuern viel gelernt.
Bad Waldsee: Der Riss, der bleibtDie Schließung des Krankenhauses Bad Waldsee war kein Verwaltungsakt, sondern ein tiefer Einschnitt in das soziale Gefüge Oberschwabens. Bürgerinitiativen, medizinisches Personal, Kommunalpolitiker – sie alle warnten, protestierten, argumentierten. Doch der Minister blieb ungerührt. Entscheidungen wurden durchgezogen, Kritik abgebügelt, Betroffene als „emotional“ oder „nicht informiert“ abqualifiziert.
Das Ergebnis ist bekannt: Ein ganzer Landstrich fühlt sich bis heute übergangen. Familien, ältere Menschen, Pflegekräfte – sie alle tragen die Folgen. Die Spaltung, die Lucha nun theoretisch analysieren will, hat er praktisch mitverursacht.
Der Minister, der nichts an sich heranließWer Luchas politische Laufbahn im Landkreis Ravensburg verfolgt hat, weiß: Selbstkritik gehörte nie zu seinem Werkzeugkasten. Kritik prallte ab wie Regen an einer frisch gewachsten Windschutzscheibe. Dass er nun – kurz nach seinem Abschied aus dem Amt – als Experte für Deeskalation und gesellschaftlichen Zusammenhalt auftritt, ist ein bemerkenswerter Rollenwechsel. Einer, der ohne ein öffentliches „mea culpa“ schwer glaubwürdig wirkt.
Die Jugend soll zuhören – aber wer hört der Jugend zu?Der Kreisjugendring will über Ursachen von Spaltung sprechen. Eine wichtige, notwendige Debatte. Doch wer junge Menschen ernst nimmt, muss ihnen auch zumuten, die Realität klar zu benennen:
Spaltung entsteht nicht im luftleeren Raum.
Sie entsteht dort, wo politische Entscheidungen über Köpfe hinweg getroffen werden.
Sie entsteht dort, wo Bürgernähe durch Verwaltungsrhetorik ersetzt wird.
Sie entsteht dort, wo Verantwortliche sich selbst aus der Verantwortung nehmen.
Wenn man über Spaltung spricht, sollte man nicht nur über „die Gesellschaft“ reden, sondern auch über politische Kultur. Über Macht. Über Fehler. Und über die Frage, warum manche Verantwortliche lieber über Spaltung reden, als über ihren Anteil daran.
Ein Vorschlag zur RedlichkeitEs wäre ein starkes Zeichen, würde Manfred Lucha seinen Vortrag mit einem einzigen Satz beginnen:
„Ich habe Entscheidungen getroffen, die Menschen verletzt und Vertrauen zerstört haben.“
Dieser Satz würde mehr zur Überwindung von Spaltung beitragen als jede PowerPoint-Folie über „gesellschaftliche Dynamiken“.
Doch wer die politische Biografie des Ex-Ministers kennt, weiß: Die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering.
Ravensburg braucht keine Belehrung – sondern AufarbeitungDie Region hat genug erlebt: Krankenhauspolitik, Kommunikationsdesaster, ein politischer Stil, der Bürgernähe predigte und Distanz praktizierte. Was sie jetzt braucht, ist kein Vortrag über Spaltung, sondern ein ehrlicher Dialog über Verantwortung. Und die Bereitschaft, Fehler nicht nur zu verwalten, sondern zu benennen.
Bis dahin bleibt der 17. Juni 2026 ein symbolträchtiger Termin: Ein Abend, an dem der Spalter über Spaltung spricht – und die junge Gesellschaft höflich zuhört.
Das sagen prominente Stimmen aus Ravensburg zum deutschen "Aus" bei der Fußball-WM
Stadtrat Schuler (CDU): Neuer Bundestrainer muss Rolf Engler werden. Der weiß immer, wo's lang geht und hat 'ne gute Presse.
FV-Vorstand: Das hätten wir auch geschafft!
Stadträtin Engelhard (SPD): Ich bin verhalten enttäuscht.
Freunde der "Räuberhöhle": Wir gewähren Julian Nagelsmann lebenslängliches Asyl.
Bürgergruppe Ravensburg: Die Blamage konnten sich jene ersparen, die von Nagelsmann nicht berufen oder aufs Abstellgleis geschoben wurden.
TWS: Fernes Fiasko statt Fernwärme.
Landtagsabgeordnete Rommelspacher (CDU): Juristisch korrekt - sportlich versagt.
DEHOGA Ravensburg: Kein Achtelfinale, kein Viertelfinale, kein Halbfinale, kein Endspiel mit deutscher Beteiligung und Rudelgucken in den Ravensburger Kneipen. Ein herber wirtschaftlicher Verlust.
WiFo: Dito ... und deswegen lassen wir den Christkindlesmarkt ein paar Tage früher beginnen und auch enden. Der finanzielle Verlust muss (!) wieder wettgemacht werden.
"Altdorfer Waldbesetzung": Der deutsche Fußball ist so einmalig (!) schlecht, dass er unter Artenschutz gestellt werden sollte.
„Beschlossen ist beschlossen - aber wir bleiben im Gespräch.“
Das Rathaus der Kommune wirkt an diesem Vormittag wie ein Ort, an dem Entscheidungen eine gewisse Schwerkraft besitzen. Nicht laut, nicht hektisch, eher wie ein Raum, in dem Beschlüsse langsam sedimentieren — und dann bleiben, wo sie sind. In dieser Atmosphäre treffe ich den Ersten Bürgermeister, der bereit ist, über die Stimmung in der Stadt und die jüngsten Entwicklungen zu sprechen.
Interviewer:Herr Bürgermeister, bevor wir über konkrete Projekte sprechen: Viele Bürgerinnen und Bürger beschreiben die Atmosphäre im Rathaus als „professionell-distanziert“. Manche sagen sogar, man müsse sich erst durch mehrere Schichten der Verwaltung arbeiten, bevor man überhaupt jemanden erreicht. Wie sehen Sie das?
Erster Bürgermeister (EB):Ich würde sagen, wir arbeiten strukturiert. Das kann den Eindruck von Distanz erzeugen. Aber wir sind selbstverständlich offen für Anliegen und Gespräche.
Interviewer:Offen für Gespräche — das klingt gut. Manche Bürgerinnen und Bürger sagen allerdings, dass man im Rathaus eher das Gefühl hat, man werde „verwaltet“ statt „gehört“. Ist das eine Fehlwahrnehmung?
EB:Ich glaube, es ist eine Wahrnehmung, die aus der Komplexität unserer Aufgaben entsteht. Verwaltung ist kein Caféhausbetrieb. Aber wir bemühen uns, Zugänge zu erleichtern.
Interviewer:Kommen wir zu einem Thema, das viele Menschen bewegt: Die geplante Umwidmung der Großraumhalle für kulturelle, gesellschaftliche, betriebliche und religiöse Veranstaltungen. Der Gemeinderat hat bereits beschlossen, dass die Halle künftig allein sportlich genutzt werden soll. Wie bewerten Sie diesen Beschluss?
EB:Der Gemeinderat hat nach sorgfältiger Abwägung entschieden. Das respektiere ich. Wir setzen den Beschluss um und prüfen gleichzeitig, wie wir die Bedürfnisse der Stadtgesellschaft bestmöglich berücksichtigen können.
Interviewer:
Viele Bürgerinnen und Bürger waren überrascht, dass der Beschluss gefasst wurde, ohne dass die laufende Petition, die sich dagegen ausspricht, erwähnt oder formal beschieden wurde. Wie erklären Sie diesen Ablauf?
EB:Der Gemeinderat entscheidet auf Grundlage der ihm vorliegenden Informationen. Petitionen sind ein wichtiges demokratisches Instrument, aber sie müssen formal eingehen, geprüft und zugeordnet werden. Das geschieht im Rahmen der üblichen Verfahren.
Interviewer:
Herr Bürgermeister, eine Frage, die viele Bürgerinnen und Bürger stellen: In Baden-Württemberg wurde 1968 festgelegt, dass vor der Zustimmung zu einem kommunalen Projekt geprüft werden muss, ob eine Petition anhängig ist — und dass über eine solche Petition vorab zu entscheiden ist. Warum wurde dieser Grundsatz im Fall der Hallen-Umwidmung nicht beachtet?
EB:
Die Regelung von 1968 ist uns selbstverständlich bekannt. Allerdings befindet sich eine Petition verwaltungsintern erst dann im „anhängigen Zustand“, wenn sie den vollständigen Weg durch unsere internen Zuordnungs-, Eingangs-, Prüfungs- und Weiterleitungsmechanismen genommen hat. Im vorliegenden Fall befand sich die Petition zum Zeitpunkt des Gemeinderatsbeschlusses in einem Stadium, das wir als „noch nicht vollständig anhängig“ eingestuft haben. Sie war uns zwar bekannt, aber lange noch nicht "abhängig":
Das bedeutet: Sie war zwar da — aber noch nicht dort, wo sie hätte sein müssen, damit sie als das gilt, was sie eigentlich gelten soll.
Wir prüfen sie selbstverständlich weiterhin sorgfältig. Jetzt, wo der Beschluss gefasst ist, kann sie wertvolle Hinweise für die Umsetzung liefern.
Interviewer:Die Petition ist inzwischen recht umfangreich und wurde — so hört man — nicht nur online eingereicht, sondern zuvor auch direkt an die Stadtspitze und an den Gemeinderat und noch vor Beschlussfassung sogar an den baden-württembergischen Landtag gerichtet.
EB:Es zeigt, dass das Thema den Menschen wichtig ist. Das respektiere ich. Aber ein Gemeinderatsbeschluss ist ein Gemeinderatsbeschluss. Und der steht unwiderruflich. Wir prüfen dennoch alle Eingaben sorgfältig.
Interviewer:Einige Bürgerinnen und Bürger haben den Eindruck, dass die Petition eher als „Begleitmusik“ wahrgenommen wurde — während die Entscheidung bereits feststand. Können Sie diesen Eindruck nachvollziehen?
EB:Ich kann nachvollziehen, dass Menschen sich fragen, wie Prozesse ablaufen. Aber Entscheidungen werden nicht leichtfertig getroffen. Die Petition wird selbstverständlich dokumentiert und in die weiteren Überlegungen einbezogen.
Interviewer:Die Unterstützer der Petition bezeichnen sich als „Stimme der Stadtgesellschaft“. Unterstützer des Projektes meinen, sie seien „nur eine Gruppe“. Wie würden Sie das einordnen?
EB:Jede Stimme zählt. Aber wir müssen auch die Stimmen hören, die nicht in Petitionen stehen. Manche äußern sich schriftlich, andere mündlich, manche gar nicht. Als Bürgermeister muss ich alle hören.
Interviewer:Sie sagen, Sie hören alle. Auch die, die sich gar nicht äußern. Manche Bürgerinnen und Bürger sagen jedoch, dass sie im Rathaus eher das Gefühl hätten, man werde „registriert“, nicht aber „gehört“. Ist das eine Fehleinschätzung?
EB:Ich glaube, es ist eine Wahrnehmung, die aus der Dynamik der letzten Monate entstanden ist. Wir arbeiten daran, Zugänge zu erleichtern.
Interviewer:Zurück zur Petition: Der Gemeinderat hat bereits beschlossen. Kann die Petition dennoch Einfluss auf die Zukunft der Hallennutzung haben?
EB:Sie kann Hinweise geben, die wir berücksichtigen. Der Beschluss steht, aber die konkrete Umsetzung bietet Spielräume. Wir prüfen das sorgfältig.
Interviewer:Herr Bürgermeister, letzte Frage: Wenn Sie in einigen Jahren auf diese Phase zurückblicken — was würden Sie sich wünschen, dass die Bürgerinnen und Bürger über Ihre Haltung zur Petition sagen?
EB:Ich würde mir wünschen, dass man sagt: „Er hat zugehört. Er hat abgewogen. Und er hat Entscheidungen getroffen, die dem Wohl der gesamten Stadt dienten.“ Mehr kann man als Bürgermeister nicht anstreben.
Das Ravensburger "Labyrinth" unter dem "Holzmarkt" und weitere Mysterien

"Jetza!" Der Groschen (5-Cent-Stück) ist gefallen - auch bei mir. Viele Ravensburger nämlich hatten sich gefragt, warum ihr alter "Holzmarkt" so kostenaufwändig saniert wurde. Wobei es statt mit 1.750.000 Eurotalern auch mit einem Drittel dieser gefüllten Stadt- und Staatssäckel (Zuschüsse) gegangen wäre.
Nämlich aus derer zweierlei Gründen wurde der Platz saniert:
1. Damit für den derzeit abgedrehten Constantin-Film "Das verrückte Labyrinth" auch eine saubere, glattpolierte und mit vernünftigen Bäumen bewachsene Kulisse vorhanden ist. Denn die vorherige schmuddelige Version des Holzmarktes wäre dafür nicht geeignet gewesen.
2. Und der Punkt hängt irgendwie mit Punkt 1 zusammen: Das eigentliche "undurchdringliche und verworrene" Labyrinth befindet sich nämlich unter dem Platz, auf dem sich in früheren Zeiten - zum Verdruss einiger sauberen Stadträte - die "Penner" und "Pinkler" versammelten. Denn dort wurde vor noch gar nicht langer Zeit ein Irrgarten von Kunststoffrohren, Leitungen und elektrischen Installationen, Auffangbecken für Wasser (falls es mal in Ravensburg regnet), mit dem grün gewaschenen Begriff "Schwamm" - und anderen kostenaufwendigen Dingen geschaffen.
Das Ganze war so teuer, dass gerade mal Platz für 8 (acht) Bäume, aber immerhin mindestens genauso viele bestuhlte Tische übrig blieb. Tische, an denen die Leute Kaffee und Longdrinks trinken, Kuchen und Salate essen (die sie ganz bestimmt nicht von zu Hause mitgebracht haben) und den lieben Steuerzahler einen guten Mann sein lassen. Das nämlich ist es, was sich auf dem Holzmarkt abspielt, wenn mal kein Film gedreht wird. Auch eine Art von Mysterium.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Dreh-Crew und die prominenten Schauspieler/innen davon keine Ahnung haben. Und weder sie noch der geniale Spielererfinder (!) können etwas dafür - ihnen, und vor allem dem Letztgenannten, gehört die Ehre.
Doch das Ravensburger Labyrinth ist nicht auf - respektive unter - den/dem Holzmarkt begrenzt. Da wären noch die "Brücke über die Wangener Straße" und der "Park an der Schussen", der "Gespinstmarkt" und die "Musikschule", die Gymnasien und das "Rote Rathaus" und das "Kornhaus". Nicht zu vergessen das "Lederhaus" und die Sanierung der "Marienplatztiefgarage" mit den mysteriösen Asbestfunden, die Causa "Kohlenberg" und die geplante Umwidmung der "Oberschwabenhalle". Vielleicht erfindet ja ein/e Mitarbeiter/in des "Bundes Deutscher Steuerzahler" ein Spiel, das hilft, das Ravensburger "Labyrinth-Netz" zu entwirren. Oder der Blogger tut es ...
Oberschwaben erhält ein neues KFZ-Kennzeichen
Ausdrücklich: Der Artikel enthält auch Satire! und siehe Anhang *)
Seit die südwestdeutschen Städte und Gemeinden Wangen, Sigmaringen, Tettnang und Bad Saulgau ihre Altkennzeichen zurückerobert haben, scheint in Oberschwaben ein neues Hobby ausgebrochen zu sein: die Gebietsreform von 1968 bis 1975 rückgängig zu machen – zumindest optisch. Kaum ein Rathaus, das nicht plötzlich nostalgisch wird und meint, man/frau könne kommunale Identität mit ein paar Buchstaben auf Blech wiederherstellen. Und bevor ein sportaffiner Ravensburger Stadtrat auf die Idee kommt, das Kennzeichen „RVS“ zu beantragen, waren andere Bürgerinnen und Bürger Oberschwabens schneller.
Ab dem 2. November 2026 soll vom Landratsamt Ravensburg nämlich ein neues Kulturgut-Kennzeichen zugelassen werden: „OSH – RV – XXX H“. Analog zum H-Kennzeichen in Deutschland, das für Fahrzeuge vergeben wird, die als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ anerkannt sind, gilt das "H" in diesem Fall der Oberschwabenhalle (OSH) in Ravensburg als Kulturgut für diverse Veranstaltungsarten – ein Ort, der seit 1959 alles war: Konzertsaal, Messeplatz, Treffpunkt, Kirche, Bühne, Marktplatz der Vielfalt, Mädels- Flohmärkte in geschütztem Raum und Personalversammlungen. Ein Ort, der gerade deshalb zum Kulturgut wurde, weil er nie nur einer einzigen Interessengruppe gehörte. Wer sich also für den Erhalt dieser Halle als vielfältigen Veranstaltungsort einsetzt, darf das Kennzeichen beantragen – egal ob aus welchem Ort Oberschwabens auch immer.
Die Zahl „740“ steht exemplarisch für die aktuelle Zahl der Unterschriften unter der entsprechenden Petition. Sie kann frei gewählt werden oder wird fortlaufend von der Behörde vergeben. "OSH" und "RV" sind feststehend. 740 Gegner/innen stehe gegen die "sportliche" aber undemokratische Umwandlung der Oberschwabenhalle.
Und mit diesem Kennzeichen durchs Ländle zu fahren bedeutet: ein kleiner, aber feiner Hinweis darauf, wie der Lenker des PKW, SUV, LKW und Motorrads über die Zukunft der OSH denkt – im Gegensatz zu jenen knapp über hundert Besucherinnen und Besuchern, die zur städtischen Infoveranstaltung über die Zukunft der Halle als Sportstätte kamen. Dort zeigte sich, wie schmal die Basis jener Partikularinteressen ist, die die OSH am liebsten in eine reine Sporthalle verwandeln würden. Es war - wie auch von mir befürchtet - keine Versammlung, in der den Bürgern etwas vorgeschlagen wurde, das von ihnen anschließend hätte auch abgelehnt werden dürfen!
So wird das Kennzeichen zum satirischen Wahrheitsbeweis und Bekenntnis zur Demokratie, welche diesen Namen auch verdient hätte: Wer Vielfalt will, fährt „OSH“. Wer nur Sport will, fährt weiterhin einfach „RV“.
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*) Anmerkung (keine Satire)
Anfragen bei zwei Sportvereinen bezüglich zukünftiger Großveranstaltungen im Sommer ergaben:
a) TSB: keine Reaktion, keine Antwort
b) KJC: „Der TSB und das KJC kamen auf die Stadt zu und wollten größere Veranstaltungen ausrichten." (Anna Wiech, Stadträtin der Grünen und Landtagsabgeordnete) - "Der Verein ist nicht auf die Stadt zugegangen mit dem Anliegen, größere Veranstaltungen auszurichten." (Vertreter des KJC) - Aus einem Schriftverkehr, der dem Blogger vorliegt. Daraus ist für mich zu entnehmen, dass der KJC auf die OSH als Riesensporthalle nicht angewiesen ist.
- c) Dem Blogger ist bekannt, dass es zwischen der Stadtverwaltung und den Schulen bezüglich der Umwandlung der OSH in eine Sporthalle mehrere Gespräche gab. Allerdings blieben die ergebnislos.
Ravensburg mit Aussicht
Liebe Leserinnen und Leser,
stellen Sie sich vor, es gäbe ein Computerprogramm namens „Ravensburger Intelligenz“ (RI). Ein Programm, das wir nicht nur mit den einschlägigen SZ‑Artikeln und den offiziellen Verlautbarungen der Stadtverwaltung "füttern" könnten, sondern auch mit dem, was wir alle längst wissen: die ständigen Konzeptwechsel, die chronische Bürgerferne, die Sparmaßnahmen an Stellen, die niemandem wehtun sollten, und die Investitionen an Stellen, die niemand versteht. Gemeint sind damit die Bau- und Sanierungsprojekte und andere unverständliche Dinge, die man/frau als Transferierung von Steuergeldern in die Bauwirtschaft bezeichnen könnte.
RI wäre also eine Art digitaler Spiegel, der uns zeigt, was die Stadt in der zurückliegenden Dekade getan hat — und was sie in den kommenden zehn Jahren wahrscheinlich wieder tun wird, weil sie es seit Jahren tut. Allerdings - auch RI kann - wie auch die KI - Fehler machen.
1. Die OSH – das Dauerprojekt ohne Bürgerstimme
RI erkennt: Die Stadt hat über Monate hinweg immer wieder, permanent und fast schon impertinent ein Konzept präsentiert, aber nie echte Bürgerbeteiligung zugelassen. Die Petition mit mittlerweile 750 Unterschriften (und das ohne "Werbung" der SZ wie im Falle des Weingartner-Altars) wurde ignoriert. Die SZ hat weder die Bürger-Kritik noch die Petition aufgegriffen. Die Verwaltung hat weitergemacht wie immer.
RI berechnet daraus:
2. Das Kornhaus – das Denkmal der städtischen Selbstüberschätzung„Die OSH wird auch in Zukunft nicht das (bleiben), was die Bürger wollen, sondern das, was die Verwaltung gerade opportun findet.“ Tja, wenn da nicht das Angstwort "Demokratie" wäre, steht da auf dem Ausgedruckten, was bedeutet: es kann auch anders kommen!
RI erkennt: Die Stadt hat ein Gebäude, das seit Jahren Kosten verursacht, aber keine klare Vision hat. Die SZ berichtet über „Chancen“, die Bürger sehen „Kosten“. Die Verwaltung sieht „Potenzial“, das Budget sieht „Schmerzen“.
RI berechnet:
3. Der Winterdienst – das jährliche Überraschungsei„Das Kornhaus bleibt ein Projekt, das mehr Geld verschlingt als es Ideen hervorbringt.“
RI erkennt: Jedes Jahr dieselbe Überraschung: Der Winter kommt, die Stadt ist überrascht. Die Bürger rutschen, die Verwaltung erklärt. Die SZ schreibt über „Herausforderungen“.
RI berechnet:
4. Die Sparmaßnahmen – das stille Drama der kleinen Dinge„Der Winterdienst bleibt ein Ritual der Improvisation.“
RI erkennt: Hundekotbeutel weg. Blumenkübel weg. Beete weg. Pflege weg. Begründungen wechseln. Transparenz fehlt.
RI berechnet:
5. Die SZ – das atmosphärische Sprachrohr„Die Stadt spart weiterhin dort, wo es symbolisch ist — und investiert dort, wo es teuer ist.“
RI erkennt: Die SZ berichtet zuverlässig das, was die Verwaltung sagt. Sie berichtet selten über das, was die Bürger sagen. Sie berichtet nie darüber, was die Bürger fühlen.
RI berechnet:
Was RI für die Dekade bis 2037 prognostiziert – jetzt korrekt, konkret, lebendig„Die SZ bleibt ein Medium, das Nähe zur Verwaltung pflegt und Distanz zu Bürgern.“
RI arbeitet nicht mit Phantasie, sondern mit Mustern, die sich in Ravensburg seit Jahren wiederholen. Und diese Muster sind so stabil, dass RI daraus eine erstaunlich präzise Zukunftsprognose erstellen kann.
RI würde mit 99,8 % Wahrscheinlichkeit vorhersagen, dass in den kommenden zehn Jahren mindestens 27 große Bau- und Sanierungsprojekte angekündigt werden, die zunächst „kosteneffizient“, „bürgernah“ und „alternativlos“ sind.
Nach sechs Monaten würden die Kosten steigen. Nach einem Jahr wären sie um 50 Prozent gestiegen. Nach zwei Jahren wären sie doppelt so hoch und die SZ würde schreiben: „Die Stadt hat das Projekt erfolgreich gestemmt.“
RI würde dazu ausgeben:
1. Die OSH wird mindestens fünf weitere Konzeptwechsel erleben„Ravensburger Methode bestätigt.“
Nicht erfunden — sondern logisch. RI prognostiziert:
neue Nutzungsideen,
neue „alternativlose“ Entscheidungen,
neue Kostensteigerungen,
neue Kommunikationsstrategien,
weiterhin keine echte Bürgerbeteiligung.
RI:
2. Das Kornhaus wird weiterhin Geld kosten, ohne klare Vision„Die OSH bleibt ein Projekt, das sich selbst erklärt — aber nie den Bürgern.“
RI prognostiziert:
weitere Sanierungsphasen,
weitere Kostensteigerungen,
weitere „Potenzialberichte“,
weiterhin keine klare Nutzung.
RI:
3. Der Winterdienst bleibt ein jährliches Improvisationstheater„Das Kornhaus bleibt ein Denkmal der städtischen Unentschlossenheit.“
RI prognostiziert:
neue Überraschungen,
neue Erklärungen,
neue „Herausforderungen“,
weiterhin keine nachhaltige Lösung.
RI:
4. Die Sparmaßnahmen werden sich fortsetzen — aber an den falschen Stellen„Der Winterdienst bleibt ein Ritual, das sich jährlich wiederholt — wie ein schlecht geprobtes Theaterstück.“
RI prognostiziert:
weitere symbolische Einsparungen,
weitere Kürzungen bei Pflege und Grün,
weitere Erklärungen, die nicht überzeugen,
weiterhin Investitionen in teure Prestigeprojekte.
RI:
5. Die SZ bleibt atmosphärisch nah an der Verwaltung„Die Stadt spart dort, wo es sichtbar ist — und investiert dort, wo es teuer ist.“
RI prognostiziert:
weiterhin harmonische Berichterstattung,
weiterhin wenig kritische Distanz,
weiterhin wenig Bürgernähe.
RI:
6. Die Klimapolitik bleibt widersprüchlich„Die SZ bleibt ein Medium, das die Verwaltung versteht — aber nicht die Bürger.“
RI prognostiziert:
neue Klimaversprechen,
neue Baumfällungen,
neue Grünflächenverluste,
neue Erklärungen,
weiterhin wenig echte Umsetzung.
RI:
7. Die Bürgernähe bleibt ein Begriff, kein Verhalten„Die Klimapolitik bleibt ein rhetorisches Projekt — kein praktisches.“
RI prognostiziert:
neue digitale Beteiligungsformate,
neue reale Distanz,
neue Kommunikationskampagnen,
weiterhin wenig echte Nähe.
RI:
Das Fazit der RI„Die Bürgernähe bleibt ein Wort, das die Stadt gerne benutzt — aber selten lebt.“
„Ravensburg 2027–2037: Die Zukunft wird der Vergangenheit ähneln, solange die Gegenwart schweigt und die Verwaltung glaubt, dass das Wort "Bürgernähe" allein schon Atmosphäre schafft.“
Und:
"Die Ravensburger Zukunft wird der Vergangenheit ähneln, sofern niemand die Gegenwart verändert.“
Und:
Es wäre nicht gerade überraschend, wenn auch in Ravensburg das Ventil platzt und heftige Proteste sich auf die Straße verlagern. Die Politik provoziert es geradezu!
